Grenzüberschreitende Zusammenarbeit,
von ad hoc zu strukturiert

Eefje Kouters und Lotte Heijgelen haben gemeinsam mit Bürgermeister Raymond Vlecken einen Ansatz für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Gemeinde Landgraaf sondiert und geplant. Dieser Plan soll in Zukunft die bisher spontane Zusammenarbeit strukturierter angehen.


Die heutige Koalition befürwortet einen doppelten Ansatz beim Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Ein Schwerpunkt ist, der Partnerschaft mit den Städten Übach-Palenberg und Andrychow (Polen) neue Impulse zu verleihen. Der andere Schwerpunkt betrifft die Intensivierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten im Kreis Heinsberg und in der StädteRegion Aachen. Diese Intensivierung betrifft nicht nur die Organisation der Gemeinde, sondern auch das Betriebsleben in Landgraaf und die gesellschaftlichen Organisationen. Die Formen der Zusammenarbeit müssen für Einwohner und Unternehmer sichtbar werden, wodurch wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorteile für die Gemeinde Landgraaf und ihre Nachbar- und Partnerstädte entstehen.


Das Einholen von Erfahrungsberichten erfolgte im

letzen Jahr durch Eefje Kouters und Lotte Heijgelen

im Auftrag von Bürgermeister Raymond Vlecken. Eefje Kouters ist Mitarbeiterin im Bereich Stärkung der Wirtschaftsstruktur, Abteilung Räumliche Entwicklung und Grundstücke. Lotte Heijgelen ist persönliche Assistentin von Bürgermeister Raymond Vlecken und unterstützt

ihn inhaltlich bei seinem Portfolio.


Ein wichtiger Partner und Motivator für Gemeinden ist in diesem Zusammenhang das niederländische Ministerium für Inneres und Königreichsbeziehungen (Ministerie

van Binnenlandse Zaken en Koninkrijksrelaties, BZK).

Das aktuelle Koalitionsabkommen ‘Vertrouwen in de

toekomst’ (‘Vertrauen in die Zukunft’) führt als ein

Anliegen des Kabinetts die Beseitigung von Hindernissen in den Grenzregionen an. Das BZK widmet sich dabei

sieben Themen, die zugleich einen Leitfaden für das

Einholen von Erfahrungsberichten bilden, nämlich:


1. Informationsvergabe

2. Arbeitsvermittlung

3. Sprache des Nachbarlandes und Kultur

4. Anerkennung von Abschlüssen

5. Praktika und Ausbildungsstellen

6. Erreichbarkeit

7. Unternehmerschaft



Eine breit gefächerte Aufgabe, die oft einer Suche gleicht, bei der man auf Hindernisse stößt, aber auch Erfolge teilt

Die Gemeinde Landgraaf hat in vergangener Zeit ausgehend von den nebenstehenden Themen in enger Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmern aus Landgraaf und den Nachbarstädten folgende Fragen untersucht: Wo liegen aktuell die Hindernisse und Engpässe? Wo können wir uns gegenseitig unterstützen? Wo liegen Chancen, die wir gemeinsam aufgreifen können? Wie sorgen wir für eine

Win-win-Situation?


Der Einsatz im vergangenen Jahr war breit angelegt. Informationen wurden eingeholt, Bedarf und Planung abgesteckt. Dazu wurden Grenzevents organisiert. Das erste fand bei Heuschen & Schrouff in Landgraaf statt, ein zweites bei CSB-System in Geilenkirchen. Dabei wurde der Betrieb besucht und in einem informativen und interaktiven Teil über die Fragen rund um grenzüberschreitende Zusammenarbeit diskutiert. Außerdem gab es Arbeitsbesuche von Andy Dritty, Deputierter für Raum, Wohnen und Europa der Provinz Limburg, und Willemieke Hornis, Programmmanagerin Grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Außenministerium (Ministerie van Binnenlandse Zaken en Koninkrijksrelaties). Schließlich fand noch ein Besuch der

Lidl-Fabrik in Übach-Palenberg statt.


Gespräche wurden unter anderem mit Bürgermeister

Herbert Corsten vom Selfkant und Bürgermeister

Wolfgang Dieder von Heinsberg geführt. Eine Lenkungs- und Verwaltungs-TaskForce wurden gegründet, unter

Mitwirkung von Bürgermeistern, Unternehmern und Beamten aus den Städten und Gemeinden Landgraaf, Übach-Palenberg und Geilenkirchen. Diese Gruppen sollen Umsetzungen herbeiführen und ein Resonanzboden im kleinen Rahmen sein. Um alle Aktivitäten sichtbar zu machen und breiter zu informieren hat die Gemeinde Landgraaf in Zusammenarbeit mit Judith Eurlings und Rob Essers von EuregioBizz ein Grenzevent organisiert.


Es wurde festgestellt, dass Informationsvergabe, Arbeitsvermittlung, Wirtschaft und Unterricht die meisten Anknüpfungspunkte für Landgraaf und die direkten Nachbarstädte lieferten. Darauf soll sich die Aufmerksamkeit denn auch in erster Linie richten. Außerdem haben Analysen ergeben, dass Landgraaf bisher vor allem spontan grenzüberschreitend zusammenarbeitet. Um die Zusammenarbeit zu intensivieren und zu strukturieren, muss dass Thema auf der Tagesordnung der verschiedenen Abteilungen stehen und müssen die deutschen Nachbarstädte regelmäßiger einbezogen werden.


Das Grenzevent findet am Dienstag, dem 10. Dezember 2019, statt. Es soll das Thema in der Öffentlichkeit bekannter machen und ermitteln, ob die Pläne in die richtige Richtung gehen. Grenzen werden abgebaut und Zusammenarbeit wird gesucht, damit diese grenzüberschreitend mit deutschen Partnern genauso selbstverständlich wird wie innerhalb der Niederlande. Dies ist ein organischer Prozess, der in dem Maße vorankommt, in dem man sich mit ihm beschäftigt. Eine breit gefächerte Aufgabe, die oft einer Suche gleicht, bei der man auf Hindernisse stößt, aber auch Erfolge teilt. Erweitern wir gemeinsam mit der Gemeinde als Einwohner, Unternehmer und Bildungseinrichtungen unser Blickfeld!